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Auflösungserklärung des ASJ

Aus nachstehenden Gründen haben sich Mitglieder des Antifaschistischen Schutzwalls Jena abgespalten.

Zur neuen Gruppe geht es hier

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Nach mehreren Jahren antifaschistischer Arbeit in Jena sind wir (einige Mitglieder des ASJ) zu der Entscheidung gekommen, die Auflösung der jetzigen Struktur bekannt zu geben. Nachdem wir (der ASJ) nun seit geraumer Zeit keine
aktiven antifaschistischen Akzente in Jena setzen konnten, haben wir uns
dazu entschlossen, die bis hierher agierende Gruppierung zu teilen. In
einer letzten Erklärung möchten wir diesen Schritt nachvollziehbar machen
und somit selbstkritisch beleuchten.

Als unabhängige Alternative, aber auch als Ergänzung zur immer noch
bestehenden Gruppierung [JAPS] war der [ASJ] als Initiative von Menschen
mit unterschiedlichen (links-) politischen Biographien und Vorstellungen
ein Versuch, zur antifaschistischen und gesellschaftskritischen Politik in
Jena beizutragen. Aus der Retrospektive müssen wir dieses Vorhaben als gescheitert
betrachten. Den wesentlichen Grund dafür, identifizieren wir bereits im
originären Gründungsanlass – der Verhinderung des rechtsextremen Fest
der Völker (FdV). Die Fixierung auf jene Veranstaltung konnte über die
Jahre des Bestehens nicht auf eigene Aktionen gegen lokale Nazistrukturen
oder übergreifende diskurslastige Akzente ausgedehnt werden. Zwar wurde
diese reaktive Situation innerhalb der Gruppe immer wieder kritisch
diskutiert und auch über gegenläufige Strategien nachgedacht; am Ende jedoch
scheiterte die Ausweitung unserer Politik entweder an der inkonsequenten
Umsetzung oder am bereits stagnierten Gruppenkonsens. Daher traten wir die meiste Zeit als
bloße Unterstützer/-innen anderer Initiativen in Thüringen auf.
Die theoretischen Beiträge des [ASJ] beschränkten sich fast ausschließlich
auf Recherchearbeit und Mobilisierungsaufrufe zum FdV.

Unsere polemische Kritik am bürgerlichen Antifaschismus und seine vermeintlichen
Motivationen müssen wir im Hinblick auf die strukturellen und inhaltlichen
Veränderungen in Jena als unzureichend und verkürzt betrachten. Denn das
konzeptionelle Vorgehen des zivilgesellschaftlichen Protestes hat sich –
insbesondere mit dem vor knapp einem Jahr gegründeten „Aktionsnetzwerk
gegen Rechtsextremismus“ – nicht nur weiterentwickelt, sondern auch als
sinnvolle Ergänzung zu den konventionellen Antifa-Konzepten erwiesen. Eine
kritische Auseinandersetzung halten wir auch weiterhin für notwendig, allerdings nicht von einer abgehobenen Position aus, die unsere politische Arbeit als einzigen Weg zum Ziel betrachtet und uns somit von jeglicher Öffentlichkeit isoliert.

Seit Beginn diesen Jahres kristallisierten sich in Diskussionen innerhalb
der Gruppe zunehmend zwei unterschiedliche Vorstellungen zu thematischen
Schwerpunkten und Vorgehensweisen antifaschistischer Arbeit heraus. Eine jahrelange Kontroverse stellte die versäumte Zusammenarbeit mit anderen politischen Gruppen in Jena dar. Dabei hätte uns ein antifaschistischer Minimalkonsens auf lokaler Ebene und über politische Differenzen hinaus sicherlich ein offensiveres Handeln gegen ansässige
Nazistrukturen ermöglicht. Über eine entsprechende Übereinkunft konnten wir
uns bis zum Schluss nicht einigen, stattdessen zogen wir es auch in diesem
Punkt vor, uns weiter zu isolieren.

Trotz der auseinander gehenden Wege bleibt der Grundkonsens aller Mitglieder des ehemaligen [ASJ] gleich- eine stärkere antifaschistische Bewegung in und um Jena zu schaffen.Dabei wünschen wir allen Unterstützer/- innen des [ASJ] weiterhin viel Erfolg.

Die aus der Abspaltung resultierende Gruppe wird unter dieser Internetpräsenz weiterhin erreichbar sein